»Klassische« pharmakoökonomische Untersuchungen

IPAM - Wismar - »Klassische« pharmakoökonomische Untersuchungen

Im Rahmen der »klassischen« pharmakoökonomischen Forschung führt das IPAM Krankheitskostenstudien, Kosten-Minimierungsstudien, Kosten-Effektivitätsstudien, Kosten-Nutzwert-Analysen sowie Kosten-Nutzen-Analysen durch und verwendet dabei anerkannte Costing-Grundsätze sowie generische und indikationsbezogene Nutzwert-, Nutzen- und Lebensqualitätsinstrumente.

Case Example: Ökonomische Analyse HIT II
IPAM - Wismar - »Klassische« pharmakoökonomische Untersuchungen

Der Sponsor und die Forschung

Die HIT II (Heparin-induzierte Thrombozytopenie) ist eine schwerwiegende Nebenwirkung des Heparineinsatzes im Rahmen der Thromboseprophylaxe. Aufgrund ihres seltenen Auftretens waren Informationen zu den von ihr verursachten Kosten bisweilen kaum verfügbar. Bisherige Krankheitskostenstudien existierten nur mit sehr groben Kostenangaben auf Basis von Topdown-Schätzungen. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Greifswald und dem Auftraggeber aus der pharmazeutischen Industrie galt es daher, die Kosten der HIT II zu ermitteln.

IPAM - Lösungsansatz

Patienten, bei denen eine HIT II basierend auf einem positiven HIPA-Test diagnostiziert wurde (1994-2004), wurden identifiziert. Die Patientendateien bewerteten zwei medizinische Experten auf Basis anerkannter und validierter HIT-Scores. Für die Krankheitskostenanalyse wurden Werte von vordefinierten HIT-relevanten Kostenparametern aus den Patientendateien dokumentiert. Es erfolgte eine Bottom-up-Erhebung der HIT-Kosten mittels einer retrospektiven Analyse der Patientenakten auf Basis von mehr als 40 Items, wobei die Zuordnung der Diagnosen, Prozeduren und Kosten durch einen HIT-Experten vorgenommen wurde. Durch multivariate Analysen (lineare Regression sowie Gamma-Regressionsmodell) wurde die Relevanz der Einflussfaktoren auf patientenspezifische HIT-Kosten festgestellt.

Ergebnisse

Durch das Projekt konnten sowohl durchschnittliche Gesamtkosten der HIT II als auch patientengruppenspezifische Kostendaten erstmals bottom-up-basiert ermittelt werden. Überdies war es möglich, in einer multivariaten Regressionsanalyse die wesentlichen Kostentreiber zu identifizieren. Die ermittelten HIT-Kosten sind seitdem die Basis für gesundheitsökonomische Modelle des Sponsors und stehen als HIT-Online-Rechner zur Verfügung.

Publikation

T. Wilke, A. Greinacher (2010), Hospitalspecific calculation of heparin-induced thrombocytopenia: a review, in: Journal of Laboratory Medicine, 34(2), in publication.

 

T. Wilke, S. Tesch, A. Scholz, T. Kohlmann, A. Greinacher (2009), The costs of heparin-induced thrombocytopenia: a patient-based cost of illness analysis, in: Journal of Thrombosis and Haemostasis, 7 (5), pp. 766-773; pre-published online: Feb 12 2009; DOI: 10.1111/j.1538-7836.2009.03317.x; 5-year impact 6.291.

 


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